Dienstag, 26. September 2017

Die schönen Seiten des Älterwerdens (als Wienerin) - Blogparade



Die schönen Seiten des Älterwerdens sind nicht festgeschrieben und daher für alle Menschen gleich. Sie ergeben sich viel mehr aus dem jeweiligen Leben davor und der Kunst, oder dem Willen, in allen Dingen das Schöne zu suchen. 

Meine Bloggerfreundin Heidi hatte sich vor einiger Zeit Gedanken über ihr Älterwerden gemacht, schon da gefiel mir ihr Zugang zum Thema sehr gut. Ines Meyrose hat nun eine Blogparade ins Leben gerufen, die sich insbesonders um die schönen Seiten des Alterns dreht. Es gibt im Zuge dieser Blogparade schon zahlreiche Veröffentlichungen von Bloggerinnen zum Thema Älterwerden. Bei Interesse findet ihr bei Ines einige Links zu diesen Beiträgen. 

Das Älterwerden als Notwendigkeit - Ansichten einer Wienerin 


Bei all den zahlreichen Themen diverser Blogparaden und Blogger Aktionen hatte ich noch nie so sehr das Gefühl Wienerin zu sein, wie bei dieser über das Älterwerden. 
Vielleicht ist das Altern nicht nur etwas persönliches, sondern hängt auch ein wenig mit der Mentalität eines Volkes zusammen? Denn ja, ich habe über die schönen Seiten des Älterwerdens nachgedacht. Als erstes fiel mir dieser etwas makabere Umstand ein, daß ich mit jedem Jahr das ich länger lebe, weniger Furcht vor dem Tod habe.
Und das ist vielleicht typisch wienerisch. Denn den, zelebrieren wir hier wie nichts zweites. Also ist das Älterwerden irgendwie eine notwenige Reise dahin, außer wir erleben das Älterwerden nicht mehr. 

Und so nennen es auch einige eine Gnade, das man älter werden darf.  


Die schönen Seiten des Älterwerdens - Über 50 Jahre Erfahrung 


Es gibt noch etwas das mir an den Jahren die vergehen gefällt. Die vielen Erfahrungen die beim Älterwerden zu sammeln sind. Es besteht so vieles im Leben aus Wiederholungen. Wenn es schöne Dinge sind freue ich mich darüber, diese guten Momente, wieder und wieder erleben zu dürfen. Sind es weniger schöne Dinge, hilft mir beim Meistern selbiger, des öfteren mein Erfahrungsschatz aus über 5 Jahrzehnten Lebenserfahrung.

Wäre ich ein Unternehmen könnten die, über 50 Jahre Erfahrung, als guter Slogan herhalten. Denn Erfahrung schafft Vertrauen. So ein bisserl davon, verspüre ich auch als Frau im Privatleben.
Mir scheint es als ob Menschen, je älter ich werde, immer mehr und mehr Vertrauen zu mir haben. Aufgefallen ist mir das ab 30, da war der Sprung "zum Erwachsen werden" am größten.
Auch das Vertrauen zu mir selbst. Das empfinde ich als eine der schönen Seiten des Älterwerdens. 

Erfahrung schenkt eine Art von Gelassenheit, denn irgendwann kennt man das Auf und Ab des Lebens. Licht und Schatten, das Gewinnen und auch das Loslassen müssen. Es wird fast zur Gewissheit, das nach dem Schlaf ein neuer Tag beginnt und somit neue Hoffnung unser Herz erfüllt. Denn irgendwie geht es immer weiter. Und auch das letzte Wort, ist fast nie gesprochen.

Denn wie Rocky Balboa so schön gesagt hat. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist! 


Schöne Seiten des Älterwerdens oder schön sein beim Älterwerden


Das Schöne liegt bekanntlich im Auge des Betrachters ... und ich bin um so lieber Betrachterin all des Schönen, je älter ich werde. 
Ich liebe das Echte und das Künstliche. Den Kitsch und die Kunst. Je älter ich werde um so mehr Platz scheint in mir zu sein, um all das aufzunehmen. Das empfinde ich als schön und ein Geschenk.

Gibt es an unserem Äußeren ebenfalls schöne Seiten, bringt das Altern dem Körper und dem Gesicht auch ungeahnte Vorzüge? Um ehrlich zu sein, weiß ich darauf keine Antwort. Aber auch das ist irgendwie schön, denn zumindest habe ich nicht sofort, Nein, gedacht. *lach

Wenn wir jemanden haben der uns lieb hat, sind wir mit unserem Aussehen meist zufrieden. Zumindest in jungen Jahren. Das Schöne am Älterwerden aber ist, das wir im besten Fall gefestigt sind. So das wir mit jemanden an unserer Seite glücklich sein können oder auch ohne jemanden an unserer Seite. Denn das beständigste Glück kommt von innen und strahlt nach außen. 

Wenn wir Herz zeigen, wird das immer alles überstrahlen. 
Egal wie viele Narben unsere Haut hat und egal wie viel gelebtes Leben unser zerknittertes Gesicht zeigt. Dann ist alles gut. 



Liebst, LoveT.


Kommentare:

  1. Als ich deinen Post öffnete, den Titel noch nicht gelesen und nur dein Foto gesehen hatte, hatte ich überhaupt nicht mit dem von dir angesprochenen Thema gerechnet. Du siehst in dem tollen Outfit so wunderbar jung und froh aus. Aber wenn man deine Gedanken gelesen hat und darüber nachgedacht hat, erkennt man, dass es sehr gut als Einleitung zum Thema passt. Besser hättest Du das alles gar nicht beschreiben können. Du sprichst mir aus dem Herzen, hab großen Dank dafür. Ja, es wäre so schön, wenn wir alle sagen könnten: „Dann ist alles gut.“
    Eigentlich ist es doch sehr beruhigend und nicht makaber, wenn man die Angst vor dem Tod mit dem Älterwerden ein wenig verliert.
    Ich finde, Gesichter auf denen auch Spuren des Lebens zu sehen sind, sehr schön und interessant.
    Das Foto, auf dem Du die kleine Blume ins Licht hältst, kann man gar nicht lang genug betrachten...
    Liebe Grüße
    Felicitas

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    1. Danke! Freue mich über deinen schönen Kommentar. :)
      Liebe Grüße

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  2. Liebe LoveT, das hast du schön geschrieben. Ich habe auch den Eindruck, dass ich, je älter ich werde, immer mehr das Schöne um mich herum entdecke. Ich denke, wenn man jung ist, hat man ganz andere Dinge im Kopf.
    Liebe Grüße an dich!

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  3. 50 Jahre Erdahrung, das ist schon eine ganze Menge. Und in anderen Bereichen, da gebe ich dir Recht, wird das auch nur positiv gesehen. Das "wirken" aufgrund des Alters kann ich nur unterschreiben. Es ist für mich beruflich durchaus von Vorteil, nicht allzu jung zu sein.
    Schöne Zeilen von dir.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ja genau, beruflich kam mir die 30 damals auch sehr entgegen. :)
      LG <3

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  4. wunderschön - liebe loveT.!!
    und mit wien hast du so recht! es hat einen herrlich morbiden charme, die stadt selbst, aber auch die mentalität der menschen da. venedig übrigens auch - nur da sterben sie nicht - in venedig scheinen die leute unsterblich zu sein.......
    hinreissende fotos! <3 xxxxx

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    1. Dankeschön Beate <3 Oh ja, das hast du gut beschrieben!
      Viele liebe Grüße zu dir

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  5. perfect combo : yellow and black!

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  6. Beautiful!

    Lauren,
    http://www.atouchofsoutherngrace.com

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  7. Die Einstellung der Wiener mag ich. Die ist klasse :-)
    Liebe Grüße
    Fran

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  8. Schöne Gedanken die Du da niedergeschrieben hast und es ist wirklich so wenn es vorbei ist , dann ist es erst vorbei . Nicht vorher ... aber vermutlich auch erst später. Ich habe absolut keine Angst oder bedenken was da noch kommt . Ganz im Gegenteil. Ich bin eher neugierig was noch alles kommt .
    Danke für´s verlinken :)
    LG heidi

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    1. Neugierig zu bleiben und vorwärts zu schauen ist eine schöne Einstellung :)
      Liebe Grüße zu dir Heidi <3

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  9. Hallo du Liebe,
    deine Herzkartoffel hat mir ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert :-)
    Ich wundere mich immer, wenn es heißt, dass die Wiener so einen Bezug zum Tod haben. Früher, als die "scheene Leich" noch ein Thema war, habe ich das auch miterlebt, aber die Menschen, die ich jetzt so kenne, haben damit eigentlich nichts auf dem Hut...
    Ich bin aber hundertprozentig bei dir, was die Sache mit der Gelassenheit betrifft - das Umgehenlernen mit Problemen, die Gewissheit, dass die Welt wegen der einen oder anderen Sorge nicht untergeht und normalerweise nach einer dunklen Phase auch wieder eine hellere kommt...
    Ganz herzliche Rostrosengrüße,
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2017/09/vier-ausfluge-und-rostrosenkleidung-im.html

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    1. Danke Traude <3
      Wenn man hier lebt, durch die Straßen geht, bemerkt man den morbiden Charme noch immer sehr gut. Vor allem aber bei Begräbnissen und dem "Schmaus" danach. Kann aber sein, das ich es als Wienerin im Blut habe und so fühle. :)
      Liebe Grüße zu dir!

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  10. Danke, Du liebe Wienerin, dass Du dabei bist bei der Blogparade. Inwiefern zelebrieren Wiener den Tod?

    "Wenn wir Herz zeigen, wird das immer alles überstrahlen." Gefällt mir am besten.

    Liebe Grüße
    Ines

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    1. Vielen Dank Ines ♡

      Chrissie hat es in ihrem Kommentar weiter unten schön gesagt, der Tod muss ein Wiener sein. Es gibt viele Redewendungen von berühmten Menschen die einmal in Wien gelebt hatten, ganz viele davon haben mit dem Bezug der Wiener zum Tod zu tun. Freud zum Beispiel sagte, die Todessehnsucht der Wiener ist stärker als ihr Liebestrieb. Unsere Wienerlieder handeln meist vom Tod und der einzige Verein der nach Wien benannt ist, der Wiener Verein, ist ein Bestattungsverein. Einmal hatte ich auch gelesen, das es in keiner Sprache und keinem Dialekt, so viele Ausdrücke für den Tod und das Sterben gibt wie im Wienerischen. Ich könnte jetzt noch ewig aufzählen, so nah ist der Tod uns Wienern. Aber auf charmante Art, falls das zu verstehen ist.

      Liebe Grüße zu dir!

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  11. You look so cute!

    http://iameleine.blogspot.com/
    http://www.instagram.com/iameleineblog/

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  12. Die Wiener Gelassenheit habe ich schon immer bewundert. Sehr schön geschrieben ;)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ja stimmt, Gelassenheit kann man es nennen. :)
      Dankeschön Sabine <3

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  13. Was für ein schöner Beitrag. Ich habe es ja bereits vor einigen Wochen schon geschrieben, ich die die Wiener für ihre morbide Ader. Aber ich glaube das ist wirklich sehr beschränkt, denn die Tiroler die ich kenne sind ganz andere Typen als die Wiener.
    LG Sunny

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    1. Danke Sunny :)
      Du sagst es ganz richtig, wo sonst könnte es ein Lied geben wie vom Wolfgang Ambros? Heit drah i mi ham, ich glaube fast alle Wiener kennen den Text im Schlaf. Wir lieben es.
      Einige Zeilen daraus:
      i versperr di Tür
      leg die Kettn vur
      häng mei Gwond schee auf
      wie i's immer tua
      loß ma wormes Wossa
      in die Bodwonn ei
      und zum ersten mal im Lebn
      fühl i mi frei

      schreib an meine Freind
      an ollaletztn Gruaß
      wei heit is a Tog
      den wos ma feiern muaß

      heite drah i mi ham ..


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  14. Was für ein toller Beitrag. Ich könnte das wohl nie so schön schreiben. Ich glaube das liegt an meinen 35 Jahren Berufserfahrung leider, da freue ich mich gleich doppelt über Deine Worte.
    Mich würde auch interessieren weshalb die Wiener den Tod feiern, ich kenne das nur von den Mexikanern.
    Liebe Grüße Tina <3

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    1. Danke Tina!
      Woran das liegt oder wann das anfing kann ich nicht sagen, aber es ist schon ein Teil der Wiener Kultur. Wenn man in Wien zu einem Begräbnis geht sieht man fast nie jemanden weinen vorm Grab. Das ist mir erst jetzt bewußt geworden als ich darüber nachgedacht habe, was das nun mit den Wienern und dem Tod ist. Die Leute legen auch Geld für ihre Begräbnis zur Seite, also viel, damit beim Leichenschmaus danach genug da ist für alle. Genug zu essen und zu trinken, denn es sollen möglichst viele Leute kommen. Bei einem großen Friedhof hier in Wien, hängt gegenüber ein Plakat, das steht in etwa drauf. "Zieht bunte Gewänder an und feiert den Tag. Keiner soll bei meinem letzten Gang weinen" Das ist halt Wien. :)
      Liebe Grüße zu dir!

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    2. Oh das gefällt mir gut. Vielleicht habe ich Wiener Wurzeln :)
      Danke für die Erklärung Love-T
      Schönen Abend, liebe Grüße Tina

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    3. Gibt es denn bunte Trauerfeier oder ist Schwarz auch in Wien DIE Trauerfarbe?

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    4. Es wird schon Begräbnisse geben wo alle Schwarz gekleidet sind. Ich selbst war auf noch keinem wo es so war. Trauerzüge habe ich schon sehr viele gesehen, denn wir Wiener gehen auch gerne auf dem Friedhof spazieren. Je mehr ich darüber schreibe um so mehr fällt mir ein warum Wien so mit dem Tod in Verbindung gebracht wird. :)

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  15. Ach vergessen Deine Bilder sind soo toll! ♥️

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  16. Deine Einstellung ist wirklich toll! Das erste Foto von Dir erinnert mich noch an unsere "jüngeren Blogzeiten", in denen ich vieles so viel besser fand (allgemein gesprochen) - aber auch da macht das Älterwerden einen Sinn, denn vieles sehe ich heute mit großem Abstand zu allem, was mich vor ein paar Jahren noch richtig beschäftigt hat. Es hat somit alles seine Vor- und Nachteile. Ich beschäftige mich mit dem Altern überhaupt nicht, vermutlich liegt es auch daran, dass es niemand in meinem realen Umfeld tut und ich bin dafür sogar ganz dankbar, um ehrlich zu sein, denn ich kann das Thema nicht so gelassen sehen wie Du, aber vielleicht gelingt es mir ja einiges Tages. Liebe Grüße <3

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    1. Dankeschön Andrea!
      Ich glaube auch das es von Land zu Land, von Region zu Region und von Haus zu Haus verschieden ist, wie man mit dem Altern umgeht. In Wien kommt man dem Vergehen nicht aus. Kaum ein Interview mit jemandem, in dem es nicht über kurz oder lang, um den Tod geht. Wir sind es gewohnt darüber zu reden. Und doch kann ich es sehr gut nachvollziehen, das man das auch gerne ausklammert. :)
      Liebe Grüße zu dir <3

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  17. Bei Deiner Theorie zum Umfeld musste ich lachen, denn den Wienern wird ja eine hohe Affinität zu Tod zugeschrieben, er soll ja tatsächlich Wiener sein :). Die meisten Deiner Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Trotzdem, hab' ich oft ein bisschen Angst vor dem Älterwerden – vor allem, vor Krankheit und Verfall…

    Ganz liebe Grüße aus der EDELFABRIK Chrissie

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    1. Besser hätte ich es nicht sagen können! Danke :)

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  18. Ein wunderbarer Beitrag zum Thema "entspannt Älterwerden". Ein Thema, das uns alle betrifft und in Deinem Post die Wiener Wehmut in den Vordergrund rückt.

    Liebe Grüße

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    1. Danke für deinen schönen Kommentar! :)
      Liebe Grüße <3

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  19. Ich danke dir, dass du uns ein Teil der Wiener Kultur berichtet hast. Ganz interessant! Übrigens ein absolut toller Artikel, klasse!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  20. Oh, wenn ich Dich sehe, dann denke ich an alles andere als ans Alter! Du siehst nicht nur wunderschön, sondern auch sehr jung aus! Ich habe mir gerade überlegt, ob man mit 50 tatsächlich schon von Alter reden kann ... ansonsten hast Du Deine Gedanken wunderbar zusammengefasst! Vielen Dank <3
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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  21. Ohne jetzt schleimen zu wollen, Du siehst so zauberhaft jung aus, dass Du doch (noch) nicht nach Wien passt... denn laut Ambros san die meisten olden leit in Wien (und er ja gottseidank nicht)... Und ja wow, das hast Du so toll beschrieben! Heite drah i mi ham... also ich krieg da Depressionen. Und trotzdem bin ich fasziniert. Genauso wie von Wien. Irgendwie hat es tatsächlich eine morbide Energie, und ich wüsste nicht, ob ich da leben könnte. Aber es ist gleichzeitig so unglaublich faszinierend. Kann man nicht beschreiben. Ich glaub aber, ich weiß genau, was Du meinst!
    Dein Post ist klasse und regt zum Nachdenken an!
    Liebe Grüße <3

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